SPD fordert Rückkehr zu sachlicher Debatte zum Thema Versammlungsstätte

13:15:12 11.03.2015

SPD fordert Rückkehr zu sachlicher Debatte zum Thema Versammlungsstätte

Turbulent ging es zu bei der Sitzung des Bauauschusses, der am 10. März 2015 ab 20 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses tagte. Zuvor hatten interessierte Bürger und Gemeindevertreter ab 19 Uhr die Möglichkeit gehabt, sich selbst einen Eindruck vom Zustand des Eigenheimes zu verschaffen, bevor das Gebäude selbst Thema der Beratungen werden sollte. Das Angebot des Bauauschusses zur Besichtigung wurde gut angenommen und auch die Sitzung selbst war gut besucht. Ergebnis der mehrstündigen Beratung war nicht nur ein Austausch der im Raum stehenden Argumente für die kurzfristige Sanierung des Eigenheimes bzw. den bereits beschlossenen langfristig ausgerichteten Neubau einer Versammlungsstätte, sondern auch ein erstes Votum: Die Mehrheit der Ausschussmitglieder entschied sich dem Vorschlag des Gemeindevorstandes zu folgen und für den geplanten Verkauf des Grundstückes zu votieren. Als nächste Auschussitzung befasst sich der Haupt- und Finanzausschuss am 19.03. mit der Angelegenheit, bevor die Gemeindevertretung am 26. März die endgültige Entscheidung trifft.

"Wichtig für uns ist bei der gesamten Angelegenheit, was wir heute Abend auch angesprochen haben: Eine sachlich gut begründete Entscheidung, eine realistische Einschätzung des status quo und ein respektvoller und ehrlicher Umgang miteinander hier in Egelsbach", erläutert der Ortsvereinsvorsitzende Daniel Görich die Eckpunkte der Fraktion in der teils hitzig geführten Debatte. "Was heute Abend teilweise geboten wurde war leider das genaue Gegenteil – unserem Bürgermeister wurde mal Betrug, mal Vetternwirtschaft vorgeworfen – weil er den Verkauf des Grundstücks, dessen Verwendung die Gemeindevertretung einstimmig beendet hat, zum Richtwert an den einzigen Kaufinteressenten in aller Transparenz der Gemeindevertretung vorlegt! Diese Vorwürfe sind nicht nur an den Haaren herbei gezogen, sie wurden auch durch keinerlei Fakten untermauert. Der Vorwurf allein soll offenbar schon Schaden anrichten. Hier sind Gemeindevertreter, die offenbar sachlich kritisch zur Vorlage des Gemeindevorstandes stehen, eindeutig über das Ziel hinausgeschossen; eine Entschuldigung für derartige Unterstellungen halten wir hier für angebracht. Als Egelsbacher SPD, die seit Jahrzehnten stark verwurzelt im Vereinsleben vor Ort ist, verstehen wir natürlich, dass das Thema Eigenheim immer emotional diskutiert wird. Wem es schon schwer gefallen ist, das Eigenheim zu schließen, dem kann auch der Verkauf nicht leicht fallen – das sind Debatten, die SPD und CDU schon bei ihren Veranstaltungen zur Information der Bürger geführt haben und die wir respektieren. Nicht verstehen können wir dagegen, dass die Fraktion der Grünen im vergangenen Jahr noch nachfragt, ob denn schon ein Käufer gefunden sei, jetzt aber Entrüstung und Empörung über die Verkaufsabsicht äußert. Man darf natürlich unterschiedlicher Meinung zum Neubau einer Versammlungsstätte sein – Verantwortung für das eigene politische Handeln sollte man jedoch schon übernehmen. Wer schon immer Bauchschmerzen bei der Entscheidung bekundet hat, dessen Meinungsänderung ist nun zumindest nachvollziehbar. Sein Fähnchen nach grüner Art in den Wind zu hängen ist dagegen wenig mehr als eine respektlose Instrumentalisierung des Eigenheims zu Wahlkampfzwecken.

Wichtiger erscheint uns jedoch ein anderer, grundlegender Aspekt: Es gibt offenbar unterschiedliche Ansichten innerhalb der Gemeindevertretung, wie Egelsbach auch in den kommenden Jahrzehnten eine Versammlungsstätte behalten kann. Damit dieses Ziel Realität werden kann, müssen wir uns alle weniger mit Polemik und mehr mit der Sachfrage beschäftigen. Konkret bedeutet das die Auseinandersetzung mit den Fakten, die Grundlage jeder informierten Entscheidung sein müssen. Schwere Baumängel beheben sich nicht von selbst, praktisch zum Nulltarif und auf unbestimmte Zeit. Schon gar nicht können unsere Bürger und Vereine auf Jahre mit einer Versammlungsstätte planen, nur weil wir uns das so wünschen. Alle Beteiligten müssen etwas dafür tun. Der erste Schritt muss dabei sein, dass jeder klar benennt, wie er sich die Zukunft von Egelsbachs Versammlungsstätten ganz konkret vorstellt. Es ist sehr leicht, gegen einen Verkauf des Eigenheims zu sein, mit dem jeder Egelsbacher schöne und häufig auch sehr weit zurückreichende Erinnerungen verbindet. Sehr viel schwerer ist es, klar zu benennen, in welchen Räumen Egelsbacherinnen und Egelsbacher sich versammeln und feiern sollen, wenn wir uns jetzt wieder entscheiden, keine Entscheidung zu treffen. Dem müssen wir vorbeugen – deswegen laden wir alle Fraktionen ein, gemeinsam mit uns darüber zu sprechen, wie es mit dem Thema nun weitergehen soll und welche Entscheidung wir gemeinsam für Egelsbach treffen möchten."

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